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Neulich Ronnie so …

“Sven ist wirklich ein reiches Blag, Ludger. Beziehungsweise: Er wird mal eins.”

Dann ich so:

“Aber 17 Jahre in Armut verbracht. Oder wie beurteilst du ein durchschnittliches Einkommen von 800 EU brutto?”

Dann Ronnie so:

Ach neee, Ronnie gar nicht mehr. Aber Ludger. Heidenei!

“Es ist so typisch für bestimmte Leute das Thema zu relativieren und ins lächerliche zu ziehen. Eben das zeigt mir das du davon keine Ahnung hast wie es ist arm zu sein.”

So ist Armut (des Geistes). Bzw.: so ist postfaktischer Zynismus.

Ich finde es nämlich extrem zynisch, wenn Menschen nicht anerkennen, dass jemand über 15 Jahre lang in Armut verbracht hat. Nicht mal ansatzweise. Nicht der kleinste Funke Mitgefühl, nur Vorwürfe, weil man ein Reizwort erwähnt hat (Millionärserbe). Da springen dann sofort die Urteilsmaschinen an und schubladisieren die Realität. So, wie man sie gerne haben würde. Nicht so, wie sie je war oder sein wird. Von einem Millionenerbe habe ich nämlich noch nichts gesehen. Eventuell wollte man nur mal auf die Armut hinweisen, sich auf die Schulter klopfen: was bin ich für ein guter Mensch! Wenn dann aber jemand etwas dazu sagt, der Armut erlebt hat, dem Freunde durch Armut weggestorben sind, dann wird er mundtot gemacht. In einer zynischen Art und Weise, die ihresgleichen sucht. Und mit Ironie braucht man denen gar nicht zu kommen, die verstehen sie nicht oder finden, es ist ein gutes Mittel, Leute zu beschuldigen und durch den Dreck zu ziehen. Dabei ist Ironie ein Zeichen von Intelligenz und Hoffnung. Aber die wurde bei diesen Leuten schon vor langer Zeit durch Angepasstheit und Bauernschläue ersetzt.

#philosophischegedankenzurarmut