Die Indifferenz der Alten

Alles schon mal gesehen: Mädchen mit Tattoos, Jugendliche in Death-Metal-Kutten, verfeierte Technojünger bei McDonald’s. Wir gehen dran vorbei, denken: schön war’s – und das war’s. Keine Aufregung mehr, keine Neugier, nur Indifferenz.

Aber das ist ja nicht erst seit gestern so. Schon vor 20 Jahren haben die Alten gedacht: Nackte im Theater, na und?

Die Generationen fließen ineinander, ihre Werte werden eins, mit einem kleinen Unterschied: die Alten sind leicht gelangweilt, weil die Jugend nix Eigenes auf die Beine kriegt, die Jugend leicht enttäuscht, weil die Alten sich über nix mehr aufregen.

Zumindest im Elternhaus darf rebelliert werden: 20 Std. Dauerwischen (nicht den Boden, aufm Smartphone Aldaaa), Widerworte ganz wie früher, Freund/Freundin über Nacht zu Besuch.

Ein paar Werte bleiben doch, möchte man meinen. Aber auch das Thema ist schon längst tausendmal beackert. Na ja, liegen die Themen halt brach wie ein Feld, das monokulturell ausgebeutet wurde. Wen interessiert’s. Hauptsache die Kartoffeln liegen aufm Teller und der Wein hat Zimmertemperatur. Dann gibt’s demnächst halt Wein vom Amazonas. Und ja: Krokodilledertaschen, das wär doch mal wieder was Neues!

Na ja. Ich hab hier leider keine Zeit mehr, muss noch ein paar Pandas killen. Servamus!