Was ist es wert?

Eine Fähigkeit, die moderne Menschen immer weniger lernen: Wertschätzung. Damit meine ich nicht den Respekt vorm Gegenüber, sondern das Schätzen des Wertes einer Sache. Weil wir diese Grundbedingung des Handel(n)s durch beinah gleichwertige Papierscheine und Metallmünzen (neuerdings Bits und Bytes) ersetzt haben, können viele nicht mehr einschätzen, wie viel Aufwand eine Sache erfordert und was sie am Ende wert ist.

Zu allem Überfluss haben die Mächtigen das Geld zu einem Machtmittel gemacht, mit dem sie gern die Handlungen der Menschen bestimmen (wollen). Ergo wird die Arbeitskraft durch ein beliebig bedruck- und ersetzbares Produkt repräsentiert und die allgemeine Wertschätzung durch beliebig manipulierbare Dienstleistungen beeinflusst (wie Nachrichten, YoutuberInnen, Werbung). Was hier leidet, ist die Verhältnismäßigkeit. Denn hinter all den Regeln und Beziehungen stecken immer Menschen, die ihr Produkt (hier: Geld) nach vorne bringen wollen. Aber sie wollen es nicht verkaufen, sondern sich damit die Hörigkeit ihrer Untergebenen erkaufen.

In Summe ergibt das Millionen wertloser Meinungen, die deshalb wertlos geworden sind, weil sie durch etwas repräsentiert werden, das keinen Bezug mehr zur real gehandelten Ware hat. Die Menschen werden mit ihren Emotionen allein gelassen. Die Beurteilung von viel und wenig Wert wird ihnen vorgeschwindelt, denn sie ändert sich mit den Markt- und Börsenpreisen. Der Sinn und Zweck einer logischen Wert-Schätzung wird deshalb ad absurdum geführt – weil viel zu wenige die Meinung viel zu vieler beeinflussen wollen. Und warum? Um ihren minderwertigen Wert-Ersatz zu vermehren und zu verbreiten. Klar, dass das irgendwann schief geht, oder?

Und es ist mir auch nur einen kurzen Blog-Eintrag wert 🙂