Gute Filme und so

Die meisten Filme sind intentiös, die Story vorhersehbar, die Protagonisten bloße Zerrbilder der Realität. Und leider haben die meisten Filmemacher auch gar nicht mehr die Zeit, sich damit zu beschäftigen … Realität. Was soll das überhaupt sein?

Da wären wir beim wichtigsten Punkt: Wer sich selbst nicht mit dem richtigen Leben auskennt, der wird es auch nicht in einen Film fließen lassen können. Gute Filmemacher haben selbst viel erlebt, sprich: sie sind keine 23jährigen Yuppies, denn Leben heißt auch, Tiefpunkte zu erleben, Konflikte. Da sind die heutigen Schweigers, Schweighöfers und andere nicht Schweigsame aber weit von entfernt. Und mal ehrlich: wer will überhaupt was von Tiefpunkten, von menschlichen Dramen oder inneren Zerwürfnissen hören, sehen oder gar fühlen? Nein, die Leute wollen feiern.

Deshalb nervt es sie auch, wenn sich jemand Gedanken zu aktuellen Themen macht, also zu Themen, mit denen sie sich eigentlich beschäftigen müssten, weil sie Zeit und Mittel hätten, etwas zu ändern. Denn die Szenegänger wollen sich nicht eingestehen, dass sie entweder zu faul, ignorant oder beschäftigt sind, um etwas an den Verhältnissen zu verändern. Klar, da tobt ein Krieg irgendwo in der Ostukraine. Sicher, da war mal ein Konflikt in Jugoslawien. Und ja, im nahen Osten werden die Kanonen wohl niemals schweigen. Aber das sollen andere mal erledigen.

Mir persönlich gefallen da eher die angeblich „schweigsamen“ Filme, die eher dokumentieren und die Menschen bei dem zeigen, was sie so gut können: Geld machen, das Leid ignorieren, mit Vorurteilen herumspielen. „Taxi Teheran“ war ein Film aus der jüngeren Vergangenheit, der diese Kriterien erfüllte. Als Kultfilm fällt mir auch noch Jim Jarmuschs „Permanent Vacation“ ein (auch „Night on Earth“ – besonders die Sequenz mit dem italienischen Taxifahrer).

Filmemacher, die nichts zeigen „wollen“, sondern einfach nur die Kamera hinhalten. Das wirkt nicht aufgesetzt und ist zudem viel natürlicher als mit CGI-Effekten vollgepackte Blockbuster.

Welche Filme haben mich in den letzten Jahren noch beeindruckt? Da wäre natürlich „Birdman“ zu erwähnen – eine gekonnte Satire auf die Begehrlichkeiten in Hollywood, wo Schauspieler schon mal von der Realität abheben. Auch „Hotel Budapest“ begeistert durch eine poetische Komposition, die narrativ und mit starken Szenen daherkommt, ganz in der Tradition von „Das Parfüm“ oder „Die fabelhafte Welt der Amélie“.

Es braucht also kein übergroßes Budget, um einen guten Film zu machen. Die Massen wollen natürlich eher die Effekte und eine Story, die möglichst weit weg von der Realität ist – auch das kann man verstehen. Aber zum Glück gibt es nicht wenige Menschen, die sich für Filmkunst interessieren und genau wissen, was sie gucken.

In diesem Sinne: ein Hoch auf die echte Filmkultur, möge sie weiterhin unsere Wahrnehmung beeinflussen!